Freitag, 30. Juli 2010

Hanoi - oder: Wie transportiere ich 5 lebende Schweine auf einem Mopped?!





































Hallo, liebe Leser!

Heute berichten wir also von unseren Tagen in Hanoi.

Vorgestern sind wir hier morgens aus Bangkok angekommen. Die Nacht am Flughafen ging sehr schnell um, weil wir auf den Bänken erstaunlich gut schlafen konnten. Am Flughafen in Hanoi haben wir dann erst versucht, die öffentlichen Busse zu finden, die aber unerreichbar erschienen, weil sie gegenüber des Flughafengeländes stationiert sind und eine große Straße mit Zäunen dazwischen liegt. Nachdem wir weder eine Unterführung noch eine Brücke finden konnten, haben wir schließlich aufgegeben und uns von einem der hartnäckigen Touristeneintreibern zu seinem Minibus führen lassen, in der Hoffnung, dass er uns für knapp 1,50 Euro tatsächlich die ungefähr 50 km zu unserem Hostel im Old Quarter Hanois bringt. Da kann man sich hier nämlich nie so ganz sicher sein... ;-) Viele arbeiten nämlich mit der sogennanten Bus-Hotel-Mafia zusammen und sagen dir dann plötzlich, dass dein Hotel ausgebucht ist und deine Reservierung nichts wert sei und bringen dich zu einem völlig anderen Hotel, von dem sie dafür bezahlt werden, dass sie Touristen anschleppen. Das kennen wir ja aber schon aus Thailand, also treten wir von vornherein hartnäckig und selbstbewusst auf. Außerdem sind noch drei weitere Touristengruppen mitgefahren, was einem eine gewisse Sicherheit gibt, wie wir in Thailand gelernt haben. Wenn nämlich gleich drei/ vier verschiedene Gruppen auf den Busfahrer einreden und sich weigern, auszusteigen, bis sie am gewollten und vorher verabredeten Ort sind, dann macht das mehr Eindruck und vor allem Druck! :-) Jedenfalls hat es das eine Mal in Thailand gewirkt, als es notwendig wurde... ;-) Wie auch immer, der Busfahrer konnte wohl nicht so gutes Englisch, deshalb haben wir dann in der Stadt einen jungen Mann aufgelesen, der dann zwischen uns Touristen und dem Busfahrer vermittelt hat. Scheint wohl so üblich zu sein und hat auch sehr gut geklappt. Jedenfalls hat uns der Busfahrer dann in der Nähe unseres Hotels 'rausgelassen und wir haben uns promt verlaufen... War wohl aber unsere eigene Schuld. Na ja, wir haben schließlich unsere Straße gefunden, aber da war kein Hotel mit dem Namen aus dem Internet mehr. Vor einer Hoteltür saßen aber zwei Vietnamesen und fragten uns, wo wir denn hin wollten. Wir nannten den Namen des Hotels und dann sagten sie, dass das ihr Hotel sei, sie aber den Namen gewechselt hätten... Ja, ja, dachten wir uns, typische Touristenfalle, vor genau dem Wortlaut warnt ja sogar der Lonely Planet!!! Unfassbar! Dann sind sie uns aber hinterhergelaufen und haben auf das wohl alte Schild hoch oben am Hotel gezeigt, wo tatsächlich der im Internet genannte Name stand. Wir dachten dann, ok, wir haben ja reserviert, das heißt, ihr müsstet ja unseren Namen in eurem Buch haben und sind mitgegangen. An der Rezeption wollten sie dann unsere Namen wissen, aber wir haben das Spielchen umgedreht und ihnen gesagt, dass wir lieber in ihr Reservierungsbuch gucken wollten, um zu sehen, ob unsere Namen tatsächlich drin stehen... Und siehe da: da waren sie! :-) Und die Vietnamesen nur: "See, you trust us now? We honest!!! We only buy hotel shortly ago!" (exakter Wortlaut). Dann haben wir uns entschuldigt, aber auch gesagt, dass es auch anndere Vietnamesen gibt, die mit solchen Tricks ihr Geld verdienen und dass man da vorsichtig sein sollte, was sie aber bestimmt eh schon wussten, schließlich warnen sie selbst davor in ihrer eMail, die man nach dem Buchen im Internet von ihnen bekommt... ;-)

Wie auch immer, das neue Hotel heißt "Hanoistay"und das Zimmer ist echt spitze! Sehr groß, geräumig, gemütlich und wunderschön eingerichtet! Mit seperatem, sehr großzügigen Badezimmer und mit eigenem Kühlschrank (mit Minibar!!!) und Fernseher und das alles für ungefähr 5,00 Euro pro Person und Nacht... Ah ja, hatten wir erwähnt, dass Frühstück und WiFi (Internet) inklusive sind? :-) Und mitten im Old Quater, im Herzen der Stadt. Alle Sehenswürdigkeiten sind zu Fuß sehr schnell zu erreichen und der berühmte See ist gleich um die nächste Ecke (weniger als 2 Minuten Fußweg). Sehr schön! :-) Das ganze Hotel ist absolut sauber und beim Frühstück darf man sich zwischen traditioneller vietnamesischerFrühstückssuppe und europäischem (in diesem Falle französichen) Brot mit Marmelade, Butter und Ei in der gewünschten Form entscheiden. Sehr lecker! :-)

Nach dem Einchecken haben wir uns dann erst einmal versucht, draußen in dem ganzen Gewirr zu orientieren und haben gleichzeitig, beim Studieren der Einheimischen, gelernt, dass es keinen Zweck hat, zu warten, bis die Straße frei ist, wenn man sie überqueren möchte: Einfach loslaufen. Die Autos und Motorräder weichen schon aus. Hupen tun sie sowieso ohne Unterlass und selbst rote Ampeln werden in kleinen Straßen einfach überfahren. Das Überqueren der Straßen auf diese Weise kostet zwar ein bisschen Überwindung, aber man gewöhnt sich 'dran, sogar als "Landkind"... :-) So ein Gewimmel kann man sich gar nicht vorstellen! Stefan hat ein Video für euch gedreht, damit ihr einen Eindruck bekommen könnt. Im Grunde könnt ihr es euch vorstellen, wie einen Autocorso zur WM, nur den ganzen Tag lang und noch 100 mal wuseliger... Hier ist es noch quirliger und chaotischer als in allen asiatischen Städten, die wir bisher kennen gelernt haben!!! Und wir dachten, nach Bangkok mit seinen vielen Tuk Tuks kann es nicht mehr viel mehr wuseliger und komplizierter werden... ;-) Wir haben dann eine Walking Tour angefangen, die im Lonely Planet vorgeschlagen wird. Absolut interessant! Obwohl Hanoi eine der größten und meistbesuchtesten Städte Vietnams ist, scheint sie, bis auf die Hotels, noch nicht auf Touristen eingestellt zu sein. Die Märkte hier sind absolut für Einheimische gestaltet, das wird ganz deutlich. Also musste man mit Händen und Füßen verhandeln: was für ein Spaß! :-) Alle lächeln einen sehr nett an und grüßen, wenn man an ihren Ständen uns Geschäften vorüber geht. Dabei sind sie aber überhaupt nicht aufdringlich, wie es in Thailand manchmal der Fall war. Irgendwie zurückhalltender. Nur die fliegenden Händler mit Schmuck oder auch Mützen können ein einzelnes Nein nur schwer akzeptieren und verfolgen dich noch ein paar Schritte. Aber selbst das mit einem Lächeln im Gesicht. Überall gibt es kleine Gassen, in denen die Einheimischen in kleinen Küchen, die auf ein Fahrrad passen, Essen kochen. Wir haben sogar ein paar Frauen durch die Straßen ziehen sehen, die einfach alles dabei hatten, sogar kleine Plastikhocker für ihre Gäste. Manche haben sogar noch lebendige Fische dabei, die sie dann ganz frisch zubereiten, sobald sie einen Gast gefunden haben. Andere Frauen haben Körbe dabei, die an einer Stange, die sie auf einer Schulter tragen, befestigt sind. Sie verkaufen dann Früchte oder Gemüse. Manche von ihnen transportieren ganze Drogerien auf Fahrrädern. Wir haben sogar auch schon ein rollendes Tupper-Waren-Fahrrad gesehen. Ein weiteres hat Besen in allen Variationen getragen. Das wohl wichtigste Transportmittel ist aber wohl das Mottorad. Hiermit werden anscheinend ganze Umzüge bewältigt. Ein Schrank auf einem Motorrad ist jedenfalls keine Seltenheit. Schon auf dem Weg im Minibus hierher haben wir solche Balance-Akte bewundern dürfen. Da war zum Beipiel ein Motorrad, das fünf Schweine (lebende!!!!) und einen Menschen transportiert hat. Auch neun Bierkästen sind keine Seltenheit. Oder ein 170 kg schweres Fass... Oder zwei riesige Säcke voller Wäsche... Echt interessant, in Deutschland fragen wir uns schon, wo wir einen zweiten Rucksack unterbringen sollen... ;-) Überall steht alles voll mit Motorrädern, in vielen Gassen sogar in der zweiten Reihe. Selbst durch die engsten Marktgassen zwängen sie sich noch durch...

Abends werden viele kleine Teebuden aufgebaut, in denen dann sowohl Einheimische als auch Touristen zusammensitzen und das Gewusel auf den Straßen betrachten...

Gegessen haben wir vorgestern und gestern Abend jeweils in vom Lonely Planet vorgeschlagenen Restaurants. Wenn man es in einen der berühmten Reiseführer geschafft hat, hat man wohl auch ausgedient, als Restaurantbesitzer. Das Restaurant gestern (Little Hanoi) hat sich die Empfehlung sogar draußen aufs Schild drucken lassen. Spannend, sehr spannend. Eine der Straßenkücheen auszuprobieren haben wir uns bisher nicht getraut. Irgendwie denkt man gleich an das Fleisch auf dem Markt... Auch wenn es gebraten in den kleinen Küchen immer sehr lecker aussieht und riecht, sind wir da lieber vorsichtig, schließlich haben wir in Thailand und Malaysia schon so unsere Erfahrungen gesammelt... ;-)

Gestern haben wir die Walking Tour dann beendet. Sie führte uns durch viele kleine Straßen des Old Quaters, die sich jeweils auf eine Ware spezialisiert haben: in einer Straße reiht sich ein Seidegeschäft an das andere, in einer anderen Straße kann man so gut wie nur Schuhe kaufen, in noch einer anderen Grabsteine, in einer weiteren Korbwaren... Es gibt auch eine Straße, in der die Geschäfte Schmuck verkaufen und eine andere, in der vorwiegend Metallartikel verkauft werden. Und noch viele weitere Themenstraßen.

Unser Obst haben wir auf einheimischen Märkten gekauft und auch mehr oder weniger erfolgreich gehandelt. Nina hält sich vorwiegend an Bananen und findet den Rest der Früchte eher "litschig" (zusammengesetzt aus Litschi und glitschig, ihr versteht schon... ;-)), obwohl sie manchmal auch von den anderen isst. Wichtig ist nur, dass man sie entweder schälen oder abwaschen kann... Eine der Frauen mit den Körben an der Latte hat Nina plötzlich ihren Hut aufgesetzt und ihre Körbe auf die Schulter gelegt, Nina dachte echt, sie würde jeden Moment unter dem Gewicht zusammenbrechen... Unfassbar, dabei waren die Körbe nicht 'mal halb voll... Und das, obwohl die Vietnamesen so dünn und zerbrechlich aussehen...

Gestern Abend haben wir uns dann eine der berühmten Water Puppet Shows angesehen, wir hatten wirklich Glück, dass wir noch Karten dafür bekommen konnten, weil man die eigentlich immer lange im Voraus bestellen muss. Eigentlich wollte uns die Frau am Ticketstand auch auf heute Abend vertrösten, und dann auch noch auf die allerletzte Show um 21.30 Uhr, aber nach dem dritten Mal nachfragen hatte sie dann doch noch Tickets für gestern Abend um 18.30 Uhr... :-) Zwar in der teureren Kategorie (ca. 2,50 Euro pro Person), aber immerhin! :-) Ach, das war lustig! Die Theaterbühne besteht aus der Kulisse eines Tempels über einem See mit echtem Wasser. Unterhalb des Tempels deuten Strohmatten die verschiedenen Eingänge an, aus denen die Wassermarionetten dann jeweils heraustreten. Sie werden an Schienen geführt und bewegen Arme und Kopf. Eine vietnamesiche Musikgruppe begleitet die kurzen Geschichten jeweils live mit traditionellen Musikinstrumenten und Gesang. Vorgespielt wurden unter anderem typische vietnamesische Szenen des Fischfangs, in denen auch die riesigen See-Schildkröten, Drachen und Enten nicht fehlen durften. Insgesamt eine Stunde dauerte das vielfältige Programm. Die Puppen an sich sind handgefertigt und sehen wirklich toll aus. Ein Besuch war es auf jeden Fall wert!

Heute werden wir wohl noch zum Ho Chi Minh Park fahren und uns dort sein Mausoleum und ein paar weitere Sehenswürdigkeiten ansehen, wenn auch nur von außen, weil sie immer nur früh am Morgen geöffnet sind. Heute Abend fahren wir mit dem Nachtzug nach Sapa zum Trecking. Wir haben einen Schlafzug gebucht und sind schon sehr gespannt. Von den Bildern her ist er vom Comfort her nicht mit dem zu vergleichen, den wir in Thailand hatten, aber das war ja auch nur der allersimpelste... Davon werden wir euch dann aber beim nächsten Mal berichten, jetzt wollen wir erst einmal los.

Unsere Tour nach Sapa und die danach nach Halong Bay haben wir übrigens hier direkt in unserem Hotel gebucht, nachdem wir draußen ein paar Preise verglichen hatten, bekommen wir hier den mittleren gebotenen Comfort noch günstiger als bei den anderen Büros den Standard Comfort. Und wir dürfen zwischen den beiden Touren sogar noch hier im Hotel duschen und werden nach Sapa sogar noch mit einem Minibus vom Bahnhof abgeholt, wurde uns gerade mitgeteilt, obwohl das vorher gar nicht so verabredet war. Aber sie wollen nicht, dass wir früh am Morgen dort alleine unseren Weg finden müssen. Süß, oder? ;-) Jedenfalls sehr, sehr zuvorkommend, da kann man sich überhaupt nicht beschweren! :-) Ein sehr gutes Hotel mit einem super Service, nur zu empfehlen!

Liebe Grüße,
Stefan und Nina

P.S.: Vergesst das mit dem Loskommen, jetzt spielen wir erst 'mal noch schnell Model für die neuen Hotel-Fotos auf der Homepage... Wir wurden eben vom Hotelbesitzer gefragt, ob das ok sei! Wie aufregend, wir haben nämlich eben schon in der Lobby das beeindruckende Equipment der Fotografen bestaunt. So viel Zeit muss sein. Da muss Ho Chi Minh Park einfach noch ein Weilchen warten... ;-)

video

Donnerstag, 29. Juli 2010

Macau - Sooo viele nette Menschen -












Hallo aus Hanoi! :-)

Gestern sind wir also mit der Fähre von Bangkok nach Macau gefahren. (ca. 1,5 h) Am Pier angekommen haben wir unsere Rucksäcke eingeschlossen und beschlossen, in die Innenstadt zu laufen. Der Weg führte uns vorbei an riesigen, bunten Themen-Casinos, die Las Vegas echt Konkurrenz machen könnten, wenn sie nicht in den Tropen, sondern in der Wüste stehen würden... ;-) Ein paar Hotel-Casino-Gruppen haben sogar ein Casino in beiden Städten, wir haben da eine Menge bekannte Gesichter wiedergesehen. :-) Nur die trockene Wüstenluft, der Eiffelturm und die Brooklyn Bridge haben uns gefehlt... ;-)

Ganz deutlich in Macau ist der portugiesische Einfluss zu spüren: alles ist sowohl mit Schriftsympolen als auch mit der portugiesischen Bezeichnung versehen, was sehr hilfreich ist, wenn man 'mal Spanisch oder Italienisch gelernt hat. Auf unserer Walking Tour durch Macau haben wir viele Häuser im portugiesischen Stil bewundern dürfen, die alle sehr gut gepflegt werden. Die Ruinen einer Kirche und das darüber gelegene Fort haben wir auch besichtigt. Vom Fort aus haben wir auch die "normalen" Hochhausbehausungen mit vergitterten Balkonen gesehen, die wir schon aus Hong Kong kannten. Überall hing Wäsche zum Trocken und irgendwie wirkten die Häuser auch sehr baufällig. Plötzlich hat es heftig angefangen zu regnen und wir haben uns an einem alten Theater untergestellt. Es hat so unfassbar doll geregnet, das kann man sich gar nicht vorstellen, wenn man nicht selbst schon einmal Regen mit solch einer Wucht und solch einer Ausdauer vom Himmel fallen sehen hat. Ein paar Blitze und Donner hat es dann auch gegeben... Irgendwann ging die Tür vom Theater auf, wir saßen genau davor und waren sehr überrascht, weil das Schild sagte, dass es gerade renoviert würde und daher der Öffentlichkeit unzugänglich sei. Außerdem war es komplett dunkel von innen. Ein Wächter ist herausgekommen und hat irgendetwas in einen der Mülleimer unter dem Dach geworfen. Nach ein paar Sekunden ist er nochmals herausgekommen und hat uns zwei Klappstühle angeboten, die wir dankend annahmen... Noch ein paar Minuten später hat er uns dann ganz hereingebeten. Er hat uns seinem Freund vorgestellt und aufgefordert, in den weichen, roten, alten Sesseln in einem Barraum des Theaters Platz zu nehmen. Nach einer kurzen Konversation ("Where are you from?", "Ah, Germany! Number one in soccer!"; offensichtlich hat er den World Cup nicht bis zum Ende geguckt, aber wir haben ihn 'mal in seinem Glauben gelassen) hat er angefangen, einen chinesischen Film mit englischem Untertitel zu gucken. Sehr interessant, was hier so im Fernsehen läuft... Ab und zu sind wir aufgestanden, um zu sehen, ob der Regen schon nachgelassen hat. Irgendwann haben wir beschlossen, trotz des Regens aufzubrechen, schließlich mussten wir noch zurück zum Pier, unser Gepäck holen und zum Airport fahren... Also haben wir uns verabschiedet und auf den Weg gemacht. In einer Bank, auf der Suche nach einem Bankautomaten, wurden wir dann im Vorbeigehen von einem Kanadier angesprochen: "Hi, are you enjoying the Macau weather?" Vielleicht lag das daran, dass wir eine Spur von kleinen Tropfen hinter uns herzogen, so pitsch nass, wie wir waren... ;-) Gott sei Dank war der Regen aber sehr warm, deshalb hat es auch echt Spaß gemacht, so durch den Regen zu schlendern... Draußen haben wir den jungen Kanadier dann wieder getroffen und auf die Frage, wo wir denn den richtigen Bus zum Pier finden könnten (er lebt schon seit vier Jahren in Macau und arbeitet am College als Englischlehrer), hat er uns glatt in den Bus gesteckt, unsere Tickets bezahlt und mit dem Busfahrer noch einen kleinen Plausch auf Chinesisch oder Kantonesisch, so gut können wir das einfach noch nicht unterscheiden, gehalten... ;-) Unfassbar, so viele nette Menschen an einem Tag und das war noch nicht der letzte von ihnen. Als wir dann nämlich unser Gepäck befreit und vorm Pier den richtigen Bussteig zum Airoporto (portugiesisch) gefunden hatten, kam kein Bus in unsere Richtung. Das war gar nicht lustig, denn unser Zeitpuffer wurde immer, immer kleiner, mit jedem weiteren AP1-Bus in die falsche Richtung gingen wir immer mehr davon aus, dass wir unseren Flug und damit auch den zweiten Flug von Bangkok nach Hanoi verpassen würden... Ein Blick in Richtung der Wartenden in der Schlange am Taxistand deprimierte uns nur noch mehr. Abgesehen davon hätten wir uns mit unserem restlichen Hong Kong- und Macau-Geld aber auch gar kein Taxi leisten können... Leider konnte der junge Mann am Busstand uns auch nicht sagen, was los war, weil er nämlich kein Englisch sprach... Aber dann hat er jemanden gefunden, der für ihn und Nina übersetzt. :-) Ah, der viele Regen war Schuld... Und das, obwohl Stefan 30 Minuten vorher noch überrascht festgestellt hatte, dass Macau offensichtlich auf solch einen Regen eingestellt sei, in Deutschland wären nämlich schon lange alle Straßenbahnen abgesoffen, hier ist der Regen aber direkt abgelaufen, von den Straßen... Der Italiener, der in Korea arbeitet und inzwischen mit uns zusammen auf den Bus zum Flughafen gewartet hatte, bot an, sich ein Taxi zu teilen. Also ist Nina über die Absperrungen gejumpt, hat jeden einzelnen Wartenden in der Schlange gefragt, ob er zufällig zum Airport wollte (wir hätten ja vielleicht mitfahren können), hat keinen gefunden und sich dann schmollend ganz ans Ende der Schlange getrollt. Dann war sie fast ganz vorne und plötzlich schreien Stefan und der Italiener (aus Palermo!!), dass da ein richtiger AP1 käme. Also: Nina zurück über die Absperrungen, als erste am Bus, der die beschlagenen Türen aufmacht und seinen übervollen Inhalt zeigt. Schön, also Nina zurück in die Taxi-Schlange... Aber: "Weggegangen, Platz vergangen", also wieder ans Ende... (Ihr erinnert euch schon noch an den schwindenden Zeitpuffer, richtig?!) Und dann: endlich ein Taxi für uns drei! :-) Aber: Stau auf der Brücke nach Taipa. Unser Taxifahrer ist aber pfiffig und benutzt einfach die andere Brücke! :-) Sehr schön, gerade noch rechtzeitig angekommen. Was für ein Tag! Aufgrund der starken Unwetter wurden sogar Flüge ganz abgesagt, aber zum Glück nicht unserer. Mit einer Verspätung von einer Stunde sind wir dann in Bangkok gelandet, immigriert, haben unser Gepäck geholt und uns zum Schlafen auf die Bänke am Flughafen gelegt. Was für ein Tag! :-)

Um noch einmal auf Macau zurückzukommen: sehr schöne kleine Stadt, aber umgehauen hat sie uns durch ihre Architektur, ehrlich gesagt, nicht wirklich. Dafür um so mehr in Bezug auf ihre freundlichen Einwohner und Touristen! :-)

Morgen mehr aus Hanoi! Jetzt wird erst einmal Schlaf nachgeholt.

Liebe Grüße,
Stefan und Nina! :-)

Dienstag, 27. Juli 2010

Hongkong, Tempel und Märkte



















Hallo fleißige Leser! :-)

Das war also unser letzter Tag in Hong Kong: morgen geht es schon nach Macau und von da aus über Bangkok nach Hanoi. So schnell vergehen vier Tage...

Heute haben wir uns gegenüber von unserem Hostel einen Frühstückskaffee mit Ausblick auf die sehr belebte Nathan Road gegönnt und durch die riesigen Fester einen Schauer erster Güte beobachtet... Da hatte das Internet ja heute tatsächlich zur Abwechslung 'mal Recht... ;-) Als wir dann aber fertig waren und uns auf den Weg zum Tempel gemacht haben, war die Regenwolke auch schon wieder weitergezogen. Am Tempel Sik Sik Yuen Wong Tai Sin haben wir uns ewig im Garden of Wishes aufgehalten. Sooo viele kleine Winkel, überall Teiche mit Kois und Schildkröten, wunderschöne, blühende Blumen und chinesische Pavillons... Insgesamt gesehen ein wunderschöner, ruhiger Ort zum Relaxen und Fotos-Machen... :-)

Danach sind wir dann zu einem Nonnenkloster Chi Lin gefahren, das uns noch viel besser gefallen hat als das Tempelgelände. Hier gab es gaaanz viele Bonsai-Bäume zu bestaunen, in allen Variationen und bestimmt schon über 100 Jahre alt. Wunderschön.... Dazwischen viele kleine Becken mit Fontänen. Das Kloster selbst wurde komplett aus Holz und ohne Nägel erbaut, was einen schönen Konstrast mit den großen, goldenen Statuen und den Hochhäusern im Hintergrund ergab. Dazu noch der Gesang der Nonnen und das Bild war absolut perfekt. Wirklich ein sehr schönes Erlebnis, Nina wollte schon gleich da bleiben, aber dann hätte sie sich sicher geärgert, weil sie die Tiergeschäfte verpasst hätte... Glück gehabt... ;-)

Auf dem Weg zu einem weiteren Markt, aber diesmal mehr für Einheimische als Touristen, sind wir nämlich die Blumen- und Fisch-Straße entlanggelaufen. Zuerst reihte sich in einem bestimmten Distrikt ein Blumengeschäft mit großartigen Blumen und Pilzen an das andere; danach dann ein Fischgeschäft an das andere... In diesen Geschäften gibt es Fische in allen Variationen zu kaufen, manche hängen schon fertig abgepackt in kleinen Beuteln an Stellwänden für den schnell entschlossenen Käufer bereit, manche schwimmen aber auch noch in Becken umher. Und wir reden hier über Aquariumfische, nicht über die großen Fische vom Markt zum Braten und Kochen... Wirklich, ein erstaunliches Bild, so eine Wand voller Tüten mit lebenden Fischen... Ob die dann die Fische jeden Tag neu verpacken? Irgendwann geht den Kleinen doch bestimmt 'mal der Sauerstoff aus und sie schwimmen in ihren eigenen Hinterlassenschaften, was bstimmt auch nicht gesund sein kann, oder? Wie auch immer... Man kann auch hautfarbene, kleine Frösche und Schildkröten in allen Variationen kaufen. Bestimmt stehen einige Arten davon unter Naturschutz, aber das kontrolliert hier wohl keiner, sonst würden bestimmt auch nicht sooooo viele Fische in nur einem einzigen Becken gehalten werden, wie es bei manchen dieser Geschäfte der Fall ist. Faszinierend anzusehen waren sie aber alle Male, diese Geschäfte. Ein, zwei Geschäfte mit Kleintieren gab es auch: Kaninchen, Hamster, Meerschweinchen und für die Allergiker auch Meerschweinchen ohne Fell... Sehr gewöhnungsbedürftiger Anblick, das könnt ihr uns glauben... Wenn man makaber werden wollte, könnte man sich wohl fragen, ob sie sich bloß die Mühe sparen wollen, vorher das Fell loszuwerden, bevor sie sie verspeisen... Aber als Tierliebhaber fragen wir uns das besser nicht... ;-) Überhaupt muss man in manchen dieser Geschäfte seinen Befreiungstrieb ganz schön im Zaum halten... Aber ja zum Glück nicht in allen... Stefan hatte sowieso schon genug mit Augenrollen zu tun, weil Nina sich ständig in neue Tierchen verguckt hat, da hatte er gar keine Zeit mehr, überhaupt noch über's Befreien nachzudenken, nachher hätte er die befreiten Tiere noch alle zu Hause gehabt... ;-)

Auf einem anderen Markt, dem für die Einheimischen, haben wir zugesehen, wie die Fische mit einem Schlag auf den Kopf betäubt und dann der Länge nach seitlich aufgeschnitten wurden, so dass das Herz weiterschlägt und der Fisch frischer bleibt... Der Lonely Planet (unser Reiseführer) hatte uns schon vorgewarnt, aber das live zu sehen, war doch noch einmal etwas anderes. Eigentlich leben alle Fische, Krabben und Frösche noch, die hier verkauft werden, sie werden einfach in ein wenig Wasser in einer Art flachen Schale auf dem Verkaufstisch zur Schau gestellt, die Käufer suchen sich ihre Ware frisch aus, dann wird sie getötet, entschuppt, ausgenommen und fertig verpackt... Frischer geht es wohl nicht mehr, aber trotzdem sehr gewöhnungsbedürftig, für uns Touristen...

Zuletzt haben wir uns das Hong Kong Convention und Exhibition Center auf Hong Kong Island angesehen. Es liegt direkt an der Küste und von hier aus kann man auch die Licht- und Lasershow verfolgen. Dann hat es in Strömen geregnet, aber zum Glück gab es Unterstände. Auf dem Weg zum Ferry Pier sind wir dann durch den warmen Regen getanzt. Das war sooooo schön! :-)

Hier im Hostel angekommen haben wir uns noch schnell die unterste Etage des Hauses angesehen, in welchem unser Hostel untergebracht ist: wahnsinn. Ein Erlebnis für sich. Auf engstem Raum so viele Geschäfte, wenn man sie denn so nennen kann, das ist echt unglaublich. Und das Ganze mit Tiefgaragen-Flair und mit Rollgittern versehen. Sehr faszinierend, eine Welt für sich, im wahrsten Sinne des Wortes... ;-)

Insgesamt hat uns Hong Kong beiden sehr gut gefallen! Die Menschen sind sehr, sehr nett, sprechen gutes Englisch, sind hilfsbereit, zuvorkommend und handeln gerne. Die Skyline ist atemberaubend, im Hellen wie auch im Dunkeln. Die Straßen und Einkaufshäuser sind sehr sauber, wie auch die öffentlichen Toiletten, die man so gut wie an jeder Ecke findet und für die man nicht einmal bezahlen muss. Die Hotel- und Hostelzimmer sind wohl alle so klein wie unseres, aber das hatten wir ja ohnehin schon im Internet gelesen. Außerdem hat man alles, 'was man braucht. Überall sind Shopping-Malls versteckt, irgendwie kommt uns das vor, wie mit dem Eisberg, ihr wisst schon, ein Drittel sichtbar, die anderen zwei Drittel unter der Oberfläche... Ehrlich, eigentlich müssten die Straßen hier mehrstöckig untertunnelt sein, wir haben ein bisschen den Überblick verloren, um ehrlich zu sein... ;-) Die Preise hier sind aber vergleichbar mit denen in Deutschland, jedenfalls was elektronische Artikel angeht... (Ade, liebe Objektive, wir sehen uns in Deutschland wieder und umgehen den Zoll)... Und die Umgebung mit ihren grünen Bergen überall ist einfach der Hammer! :-) Wirklich eine sehr, sehr schöne Stadt, die es sicherlich lohnt, noch einmal zu besuchen.

Morgen geht es dann mit der Fähre nach Macau, wenn sie uns mit unserem befreiten Zoo einreisen lassen... ;-)

Liebe Grüße,
Stefan und Nina!